
Klinker- und Ziegelfassaden gelten als widerstandsfähig und langlebig. Trotzdem sind sie dauerhaft Regen, Frost, Wind, Temperaturschwankungen und weiteren Umwelteinflüssen ausgesetzt. Besonders die Fugen übernehmen dabei eine wichtige Schutzfunktion.
Sind sie gerissen, ausgewaschen oder nicht mehr ausreichend fest, kann Feuchtigkeit leichter in das Mauerwerk eindringen. Eine rechtzeitig geplante Fugensanierung kann dazu beitragen, größere Schäden zu vermeiden und den Charakter der Fassade langfristig zu erhalten.
Bei einer Fugensanierung werden beschädigte und nicht mehr tragfähige Mörtelfugen kontrolliert entfernt. Danach werden die Fugenflanken gereinigt und mit einem zum vorhandenen Mauerwerk passenden Fugenmörtel neu verfugt.
Dabei geht es nicht nur um ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild. Der neue Mörtel muss hinsichtlich Festigkeit, Farbe, Körnung und Struktur zum vorhandenen Stein und zum alten Mauerwerk passen.
Ein zu harter oder ungeeigneter Mörtel kann Spannungen verursachen. Ein zu weicher Mörtel kann dagegen schneller auswaschen. Deshalb sollte die Materialauswahl immer auf den jeweiligen Bestand abgestimmt werden.
Typische Hinweise auf sanierungsbedürftige Fugen sind:
Nicht jeder kleine Riss erfordert automatisch eine vollständige Neuverfugung. Bei örtlich begrenzten Schäden kann möglicherweise eine Teilsanierung ausreichen. Sind große Flächen betroffen, sollte der Zustand der gesamten Fassade geprüft werden.
Offene und geschädigte Fugen können ihre Schutzfunktion nur noch eingeschränkt erfüllen. Dringt Feuchtigkeit ein, kann sie sich im Mauerwerk verteilen. Bei niedrigen Temperaturen kann die wiederkehrende Frostbelastung vorhandene Schadstellen zusätzlich vergrößern.
Je früher der tatsächliche Zustand beurteilt wird, desto besser lässt sich feststellen, ob eine lokale Reparatur genügt oder eine umfassendere Sanierung sinnvoll ist.
Zunächst werden Fugen, Klinkersteine und besonders beanspruchte Fassadenbereiche untersucht. Dabei wird geprüft, welche Schäden vorhanden sind und wie tief der alte Mörtel entfernt werden muss.
Auf Grundlage der Untersuchung werden Arbeitsumfang, Ausbauverfahren und geeigneter Fugenmörtel festgelegt. Bei Bestandsgebäuden kann zusätzlich eine Musterfläche sinnvoll sein.
Nicht mehr tragfähiger Mörtel wird kontrolliert entfernt. Die Kanten der vorhandenen Klinkersteine sollen dabei möglichst nicht beschädigt werden.
Staub, lose Mörtelreste und Verschmutzungen werden aus den Fugen entfernt. Eine saubere Vorbereitung ist entscheidend für die Verbindung zwischen altem Mauerwerk und neuem Fugenmörtel.
Der neue Mörtel wird gleichmäßig eingebracht, verdichtet und passend zum gewünschten Fugenbild bearbeitet. Abschließend werden die Flächen kontrolliert und fachgerecht nachbehandelt.
Eine professionelle Fugensanierung schützt nicht nur das Erscheinungsbild einer Klinkerfassade. Sie trägt auch dazu bei, Feuchtigkeitsschäden zu begrenzen und die vorhandene Bausubstanz langfristig zu erhalten.
Entscheidend sind eine sorgfältige Schadensanalyse, ein materialgerechtes Verfahren und ein Fugenmörtel, der zum vorhandenen Mauerwerk passt.